Die neue Gesetzgebung über ABS (Zugang zu genetischen Ressourcen und Vorteilsausgleich) und Praxis, und die Einhaltung der Vorschriften des Protokolls von Nagoya

Das Vorhaben widmet sich der Umsetzung des Protokolls von Nagoya über den Zugang zu genetischen Ressourcen und die Aufteilung der aus ihnen gezogenen Vorteile, das im Oktober 2014 in Kraft getreten und inzwischen von 73 Staaten, einschließlich die EU, ratifiziert worden ist. Es soll untersucht werden, wie ausgewählte Staaten ihre Gesetzgebung ausgestaltet und in der Praxis ausgeführt haben. In einem ersten Schritt werden die hauptsächlichen Probleme identifiziert, die in der gegenwärtigen weltweiten Diskussion über die Umsetzung des Protokolls aufgeworfen werden. Sie werden als Forschungsfragen für die zu untersuchende Gesetzgebung und Praxis reformuliert. In einem zweiten und dritten Schritt wird untersucht, welche Antworten die ausgewählten Staaten einerseits in ihrem Recht und andererseits in ihrer Praxis gefunden haben. Die Untersuchung der Praxis wird sich sowohl auf die behördliche Überwachung wie auch auf das Vorgehen von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben erstrecken. Dies ermöglicht es zu prüfen, ob die Gesetzgebung und Praxis mit den Vorschriften des Protokolls von Nagoya vereinbar sind, bzw. ob und wie diese Vorschriften im Lichte der Umsetzungserfahrungen neu interpretiert werden sollten.
Das Vorhaben wird aus Fallstudien über ausgewählte Staaten bestehen. Ausgewählt werden markante Beispiele von Staaten aus allen Weltregionen. Es zielt darauf, Erkenntnisse zu erzeugen über 1) die zukünftige Auswirkung des Nagoya-Protokolls auf Forschung und Entwicklung hinsichtlich genetischer Ressourcen und traditionellen Wissens, 2) die Effizienz und Effektivität staatlicher Umsetzungsmaßnahmen, 3) Empfehlungen hinsichtlich möglicher gegenseitiger Befruchtung der nationalen ABS-Gesetzgebung und –praxis, und 4) Lösungen für offene Fragen, die in den Umsetzungsprozess eingebracht werden sollten. Das Projekt wird von Dr. Evanson Chege Kamau geleitet.

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