Law Clinic "Migration & Recht"

Das Projekt wird gefördert von der Stiftung der Universität BremenDas Projekt wird gefördert von der Stiftung der Universität Bremen

Das Konzept „Law Clinic“

Grundidee einer Law Clinic ist es, Studierenden in einem bestimmten Rechtsgebiet Fachwissen zu vermitteln und ihnen bereits während der universitären Ausbildung intensive Einblicke in die juristische Praxis zu ermöglichen. Je nach Art der Law Clinic kann dies durch eigenständige, überwachte Beratungstätigkeit („klinisches Modell“) oder durch Praktika in Kooperation mit Nichtregierungsorganisationen, Anwält_innen oder anderen (juristischen) Praktiker_innen („vorklinisches Modell“) geschehen. Diese Praxiserfahrungen sollen an der Universität vorbereitet, begleitet und wissenschaftlich reflektiert werden.

Zu den verschiedenen „vorklinischen“ und „klinischen“ Law Clinic-Modellen vgl. Stephan Barton, Ist praktische Jurisprudenz möglich?, in: Barton / Hähnchen / Jost (Hrsg.): Praktische Jurisprudenz: Clinical Legal Education und Anwaltsorientierung im Studium, Hamburg 2011, S. 15-41 (28ff.).
Zur weltweiten Verbreitung von Law Clinics vgl. Richard J. Wilson, Western Europe: Last Holdout in the Worldwide Acceptance of Clinical Legal Education, in: German Law Journal, Vol. 10 No. 07, S. 823-846.
Für einen Bericht über die Ablauf der Refugee Law Clinic an der Universität Gießen siehe Janina Gieseking, Die Refugee Law Clinic an der Justus-Liebig-Universität Gießen, in: Paul Tiedemann/Janina Gieseking (Hrsg.): Flüchtlingsrecht in der Praxis: 5 Jahre Refugee Law Clinic an der Justus-Liebig-Universität Gießen, Baden-Baden 2014, S. 33-47. 

Idee der Law Clinic Migration & Recht an der Uni Bremen

 Trotz der großen gesellschaftlichen Bedeutung des Themas Migration spielt das Flüchtlings- und Aufenthaltsrecht in der juristischen Ausbildung in Bremen wie an anderen deutschen Universitäten nur eine marginale Rolle. Eines der Motive, in Bremen eine Law Clinic mit migrationsrechtlichem Schwerpunkt zu initiieren ist es, angehenden Jurist_innen verstärkt migrationsrechtliches Fachwissen zu vermitteln und Forschungsergebnisse des ZERP aus diesem Bereich in die Lehre einzubringen. Es soll zudem an die Bremer Tradition des praxisorientierten Projektstudiums angeknüpft werden, um das vor allem auf juristische Dogmatik ausgerichtete Studium mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen zu verbinden.

Das Projekt erstreckt sich über zwei Semester. Gestaltet ist es als vorklinische Law Clinic-Variante: es besteht aus einem Einführungskurs und einem Seminar, die durch ein Praktikum in den Semesterferien verbunden sind. Das erste Semester dient der Vorbereitung auf die Praxis. Hier wird in den praktischen Umgang mit migrationsrechtlichen Fällen eingeführt. Thematisiert werden darüber hinaus auch Fragen der Rechtsdurchsetzung und des Zugangs zum Justizsystem sowie die besonderen Herausforderungen des Migrationsrechts in verschiedenen Berufsfeldern: z.B. bei Anwält_innen, Richter_innen, Dolmetscher_innen. Nach einem Praktikum in der vorlesungsfreien Zeit bei den Kooperationspartner_innen werden im zweiten Semester – ausgerichtet am Bedarf der beteiligten Praktiker_innen und deren Mandant_innen – Seminararbeiten geschrieben, die im Idealfall verwertbare Beiträge für reale rechtliche Verfahren darstellen.