Aktuelles

 

Lorenz KählerLorenz Kähler
Liebe Studentinnen und Studenten,

zum Beginn des Semesters begrüße ich Sie herzlich an unserem Fachbereich! Besonders heiße ich die Studienanfänger willkommen. Ich freue mich, dass Sie zu uns gekommen sind und wünsche Ihnen für Ihr Studium viel Erfolg.

Das Jurastudium bietet eine Fülle von Möglichkeiten. Es macht Sie mit den in ganz unterschiedlichen Epochen gesammelten Erfahrungen vertraut, die zu Recht geworden sind. Recht ist, wie Dieter Grimm einmal formuliert hat, „geronnene Politik“. Darüber hinaus ist es auch „geronnene Einsicht“ in die Voraussetzungen menschlichen Zusammenlebens. Wenn Sie daher das Recht studieren, lernen sie zugleich viel über die Geschichte und das Funktionieren unserer Gesellschaft. Am Bremer Fachbereich versuchen wir, diese Zusammenhänge im Unterricht deutlich werden zu lassen.

Die Vielfalt und Faszination des Rechts geht allerdings auch mit einer großen Menge an Stoff einher, den zu begreifen nicht immer leicht fällt. Das Studium erfordert daher einen erheblichen Aufwand, der angesichts der zu gewinnenden Einsichten aber lohnt. Das gilt umso mehr, als Sie an vielen Stellen selbst entscheiden können, auf welche Themen Sie im Studium einen Schwerpunkt legen.

Zur Universität gehört auch das vielfältige studentische Leben mit Kultur, Sport, aber auch der Mitwirkung an den Gremien. Ohne derartige Aktivitäten fehlen wesentliche Erfahrungen und bleibt ein Studium unvollständig. Ich hoffe und wünsche Ihnen daher sehr, dass Sie neben dem Studium des Rechts auch die vielfältigen anderen Möglichkeiten des Studentenlebens wahrnehmen können.

Mit besten Grüßen
Ihr Lorenz Kähler

Der Fachbereich trauert

Am 4. Oktober 2018 ist Peter Derleder gestorben. Er wurde 78 Jahre alt. Er hat lange schwer leiden müssen und wurde schließlich erlöst.

Peter Derleder war von 1974 bis zur Pensionierung im Jahre 2005 Professor für Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht, Wirtschafts- und Arbeitsrecht im Fachbereich Rechtswissenschaft der Universität Bremen.

In der Lehre hat er sämtliche Bereiche des Zivil- und Zivilprozessrechts vorgetragen. Vielen erinnerlich ist sein hingebungsvolles didaktisches Bemühen, alle, wirklich alle Hörer mitzunehmen. Hoch produktiv war sein langjähriges Doktorandenseminar, aus dem eine enorme Zahl zum Teil bahnbrechender Dissertationen hervorging. Legendär ist sein Ansatz, die Doktoranden (bis zur Grenze der aufgedrängten Bereicherung) in Kunst und „schöne“ Literatur zu verstricken, im Bemühen, sie ganzheitlich, auch kulturell und philosophisch zu bilden.

Wesentliche Schwerpunkte seiner Forschungstätigkeit bildeten das Arbeitsrecht, das Mietrecht, das Familienrecht und das Bank- und Kreditrecht.  Im rechtswissenschaftlichen Zugriff war er ein typischer und zentraler Vertreter der für das frühe „Bremen“ charakteristischen alternativen Rechtsdogmatik, die sich aus dem Elfenbeinturm der formalen Rechtsgleichheit in die Realität der materialen Ungleichheit bewegt und nach Korrekturen auch im scheinbar kleinen Detail sucht, ohne dabei die gesellschaftsstrukturellen Voraussetzungen und Grenzen zu übersehen. Das zeigte sich zum Beispiel in Beiträgen über die Rechte und Pflichten der Arbeitnehmer im individuellen Arbeitsverhältnis, der Wohnungsmieter, der Eheleute und Kinder, der Verbraucher, der Kreditnehmer und Anleger.  Hinzu traten Beiträge zu einem breiten Spektrum rechtstheoretischer, -historischer und -politischer Themen, so z .B.  über  Privatautonomie, die Rechtfertigung des Zinses, Spannungen zwischen Verbraucher- und Umweltschutz, die Grundrechtsgeltung im Privatrecht und die Biographie bedeutender kritischer Juristen. Für die Stärkung der gesellschaftstheoretischen Sicht auf das Recht sorgte er auch als langjähriges Mitglied der Redaktion der Zeitschrift „Kritische Justiz“.

Sein rechtspolitisches Engagement führte Peter Derleder in institutionellen Kontakt zu Verbraucherschutzorganisationen. Er war stellvertretender Vorsitzender, später Ehrenmitglied des Deutschen Mietrechtstages und Beiratsmitglied der Stiftung Warentest.

Peter Derleder war von 1995 bis 2005 Richter im Nebenamt am Landgericht und am Hanseatischen Oberlandesgericht Bremen. Dies verschaffte ihm Einfluss auf die Rechtsprechung und Einblick in die Praxis der Rechtsfindung, für ihn ein Steinbruch für die Erschließung neuer Themen, die Schulung des eigenen Judizes, und rechtssoziologische Studien aus teilnehmender Beobachtung. Später war er als Rechtsanwalt tätig. Hervorhebung verdient sein Mandat im „Kundus-Prozess“ um die Entschädigung der Opfer einer irrtümlichen Bombardierung von Zivilpersonen im März 2015 in Afghanistan.

Peter Derleder war profunder Kenner von Belletristik und Malerei. Sein umfassendes Wissen und sein sicherer Geschmack hatte literatur- und kunstwissenschaftliche Qualität. Er hat einen Roman über die Universität Bremen geschrieben, der bald - aber nun leider posthum - erscheinen wird. Er konnte brillant und ironisch formulieren. Welche Tragik, dass dieser Redner, als er erkrankte, als erstes seine Sprache verlor.

Er stand Ratsuchenden in mannigfaltigen Lebenslagen verlässlich und aufopferungsbereit mit Rat und Tat zur Seite. Sicher hat er auch Schatten geworfen, aber das gehört zu einer starken Persönlichkeit, wie er es war,  dazu. Und: de mortuis nil nisi bene.

Der Fachbereich hat mit Peter Derleder eine seiner prägenden Figuren verloren. Möge sein Vermächtnis noch lange nachwirken.

Gerd Winter

Die Trauerfeier findet am Donnerstag, 18. Oktober 11.00 Uhr in der Friedhofskapelle Am Riensberger Friedhof statt.

für alle Erstsemester (Jura "Staatsexamen")

Liebe Studierende des 1. Semesters,

der Fachbereich Rechtswissenschaft bietet für alle Studienanfänger eine fachspezifische Einführungswoche (Orientierungswoche/O-Woche) vor Semesterbeginn an.  Die Teilnahme wird dringend empfohlen, da Sie umfassend über Strukturen, Anforderungen und Organisation des Studiums informiert werden. Außerdem gibt es keine bessere Gelegenheit, dass Sie Ihre zukünftigen Kommilitoninnen und Kommilitonen, die Universität und die Stadt Bremen kennenlernen können – den dafür notwendigen Rahmen organisieren Studierende aus höheren Semestern.

Einzelheiten zum Programm

Wenn Sie Fragen dazu haben, können Sie sich gerne an studienzentrum-jura@uni-bremen.de wenden.

in Leipzig

Auf dem  72. Deutschen Juristentag, der vom 25.-28.09.2018 in Leipzig stattgefunden hat, wurden zwei Professor_innen des FB 6 der Universität Bremen in die Ständige Deputation gewählt: Frau Prof. Dr. Ingeborg Zerbes (Abteilung Strafrecht) und Prof. Dr. Christoph Külpmann (Abteilung Öffentliches Recht, Arbeits- und Sozialrecht).

Gemeinsamer Workshop zum Thema Mieterschutz an der Hanyang University

Auf Einladung der deutsch-koreanischen Juristenvereinigung und der Korean Association for Housing Policy Studies hat Prof. Christoph Schmid Anfang September die Hanyang University Seoul sowie die Busan State University besucht. Höhepunkt des Besuchs war ein gemeinsamer Workshop zum Thema " Wohnungsmietrecht in Europa und Korea - Vorschläge zum Mieterschutz". Im Rahmen des Besuchs wurde die Gründung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zum Wohnungsrecht vereinbart, die den koreanischen Gesetzgeber bei anstehenden Reformen beraten soll. Der Gastgeber Prof. Daewoo Kwon, der an der Universität Bonn promoviert hat und fließend Deutsch spricht, wird für einen Gegenbesuch an der Universität Bremen anlässlich des nächsten Housing Law Workshops von Prof. Schmid im Mai 2019 erwartet.

Hinweis

13.08.2018
Abgabefrist hat sich verlängert

Durch die verkürzten Öffnungszeiten des Juridicums bis zum 08.09.2018, verlängert sich die Abgabefrist der Hausarbeit in der Universitären Schwerpunktbereichsprüfung im SoSe 2018 vom 27.09.2018 auf den 28.09.2018.

Den aktuellen Prüfungsplan für die Schwerpunktbereichshausarbeit finden Sie hier.

Frau Dr. jur.?!

06.08.2018
Workshop zu Chancen & Risiken einer Promotion

Promovieren, ja oder nein? Welche Berufsperspektiven eröffnet eine Promotion in und außerhalb der Wissenschaft?

28. September 2018 | 14.00 bis 19.00 Uhr

Der Workshop für Promotionsinteressentinnen informiert zum Promotionsprozess in den Rechtswissenschaften und bietet die Möglichkeit eines Austauschs mit promovierten Juristinnen und Promovendinnen. Ziel ist es, eigene Wünsche, Interessen und Motivationen für eine Promotion auszuloten und diese mit den persönlichen und strukturellen Rahmenbedingungen abzugleichen.

Leitung:
Franziska Jantzen, Juristin und Coach

Gäste:
Prof. Dr. Ingeborg Zerbes, Rechtswissenschaft Universität Bremen
Dr. Imke Sommer, Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Bremen
Daisy Hullmeine, Promovendin der Rechtswissenschaft, Universität Bremen

Eine Anmeldung ist erforderlich:
E-Mail:  chancen2@uni-bremen.de

 

Stellvertretender Vorsitzender ab Juli 2018

Zum 1. Juli 2018 ist Prof. Dr. Friedhelm Hase als stellvertretender Vorsitzender in den Gemeinsamen Bundesausschuss berufen worden. Der Ausschuss ist für den Gesundheitssektor in Deutschland von außerordentlich großer Bedeutung: Als oberstes Beschlussgremium der „gemeinsamen Selbstverwaltung“ erlässt er vor allem Richtlinien, d.h. untergesetzliche Rechtsnormen, in denen die Versorgung von mehr als 70 Millionen Krankenversicherten (für Ärzte, Krankenhäuser, Apotheker, Pharmahersteller usw.) verbindlich ausgestaltet wird.

Cyberangriffe nehmen weiterhin zu

Cyberangriffe durch betrügerische Phishing-Mails und Schadprogramme, die ganze Computersysteme lahmlegen, nehmen weiterhin zu. Das ist das Ergebnis einer bundesweiten IT-Sicherheitsstudie unter Beteiligung des Instituts für Informations- Gesundheits- und Medizinrecht (IGMR). Betroffen sind dabei nicht nur kleine und große Unternehmen, sondern vermehrt auch Bürgerinnen und Bürger, so die Bremer IT-Experten. Sie raten dringend, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter intensiver für die IT-Sicherheit zu schulen.

Im Rahmen der deutschlandweiten IT-Sicherheitsstudie „Monitor IT-Sicherheit Kritischer Infrastrukturen“ wurden von Oktober 2017 bis einschließlich Januar 2018 zahlreiche sogenannte Kritische Infrastrukturen befragt. Darunter versteht man zum Beispiel Flughäfen, Kontrollzentren für den Schienenverkehr, Krankenhäuser, Banken, Versicherungen, Atomkraftwerke oder Wasserwerke. Die Studie – auch Monitor-Umfrage genannt – entstand im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Förderschwerpunkts „IT-Sicherheit für Kritische Infrastrukturen“ (ITS|KRITIS). Die Leitung des Forschungsvorhabens hat die Universität der Bundeswehr München. Beteiligt sind neben der Universität Bremen die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und die Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik (DKE) im VDE (Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik). Es handelt sich um die mittlerweile zweite Monitor-Umfrage. Die erste wurde 2017 veröffentlicht.

Pressemitteilung der Universität zur Studie

 

Was der Studienstandort Bremen bietet