Überblick über den Inhalt des Studiums

Empfohlener Studienplan / Musterstudienplan

Als erster Teil der gesamten Juristenausbildung ist das universitäre Rechtsstudium auf acht Semester ausgelegt und inhaltlich so konzipiert, dass nach seinem erfolgreichen Durchlaufen die „Erste Juristische Prüfung“ (vormals „Staatsexamen“) abgelegt werden kann. Das Studium beginnt mit dem Pflichtfachstudium, das in der Regel fünf Semester dauert (§ 5 Abs. 2 StudO) und auf das sich die in der „Ersten Juristischen Prüfung“ zu schreibenden sechs Klausuren gemäß § 18 Abs.2 JAPG (3 Klausuren im Bürgerlichen Recht, 2 Klausuren im Öffentlichen Recht und 1 Klausur im Strafrecht) beziehen.

Die Studierenden können nach dem 5. Semester wählen, ob sie im sechsten und siebten Semester das Schwerpunktstudium absolvieren und im Anschluss daran den universitären Teil der Ersten Juristischen Prüfung („Schwerpunktbereichsprüfung“) ablegen wollen, oder ob sie unmittelbar nach Abschluss des Pflichtfachstudiums die „Staatliche Pflichtfachprüfung“ (Klausuren bzw. Klausuren und mündliche Pflichtfachprüfung) ablegen und erst im Anschluss daran das Schwerpunktstudium beginnen wollen (§ 5 Abs. 5, 6 StudO).

Das Pflichtfachstudium beinhaltet gemäß § 5 Abs.1 JAPG die drei Gebiete Bürgerliches Recht, Kriminalwissenschaft/Strafrecht und Öffentliches Recht. Es gliedert sich in ein Grund- (1. - 2. Semester) und ein Hauptstudium (3. - 5. Semester), das jeweils von einem System studienbegleitender schriftlicher Leistungsnachweise (Semesterabschlussklausuren und -hausarbeiten) begleitet werden. 

Durch erfolgreiches Absolvieren des Moduls „Grundlagen I“ im 1. und 2. Semester, wird der nach § 16 Abs.1 Nr.6 JAPG geforderte Nachweis in einem Grundlagenfach erbracht. Mit dem Erfüllen aller zu erbringenden Leistungsnachweise im Grundstudium haben die Studierenden zugleich ihre Zwischenprüfung bestanden und erhalten ein Zeugnis darüber.

Das Schwerpunktstudium beansprucht (mindestens) 16 Semesterwochenstunden, die auf zwei aufeinander folgende Semester verteilt werden, § 12 Abs. 2 StudO. Im Rahmen des Schwerpunktstudiums ist als Prüfungsvorleistung eine Themenhausarbeit oder ein schriftlich ausgearbeitetes Referat (§ 32 PO) zu erbringen.

Das Schwerpunktstudium schließt in der Regel mit der universitären Schwerpunktbereichsprüfung ab; Schwerpunktstudium und Prüfungsphase dauern zusammen zwei Semester. Bestandteil der Schwerpunktbereichsprüfung ist eine Hausarbeit und eine mündliche Prüfung (§ 33 PO), die von der Universität durchgeführt und von universitären Prüfern abgenommen wird. 
 Es werden folgende Schwerpunktbereiche angeboten:

  • Grundlagen des Rechts; 
  • Umweltrecht und öffentliches Wirtschaftsrecht; 
  • Internationales und Europäisches Wirtschaftsrecht; 
  • Arbeits- und Sozialrecht im internationalen und supranationalen Kontext; 
  • Informations-, Gesundheits- und Medizinrecht sowie 
  • Strafrecht und Kriminalpolitik in Europa. 

In dieser Studienphase wird der Kernfachstoff wissenschaftlich vertieft und um neue Gegenstände erweitert; die Teilnahme an den Studienangeboten dient der Vorbereitung auf die universitäre Schwerpunktbereichsprüfung. 

  • Die Wiederholung und Intensivierung des Pflichtfachstoffs zur Vorbereitung auf die staatliche Pflichtfachprüfung findet nach Wahl eines jeden Studierenden entweder vor oder nach dem Schwerpunktstudium statt – abhängig davon, wann der staatliche Prüfungsteil abgelegt werden soll. 
  • Über die aufgeführten Leistungsnachweise hinaus ist von den Studierenden ein weiterer Leistungsnachweis, also ein Fremdsprachennachweis*; (§ 26 PO; § 9 StudO) bis zum Beginn des Schwerpunktstudiums zu erbringen. 
  • Es werden neben dem bislang Beschriebenen in jedem Semester Wahlkurse zu Grundlagen- und sonstigen Rechtsgebieten (weitere Pflichtfächer) sowie Seminare angeboten. 
  • Ferner müssen die Studierenden an zwei Modulen teilnehmen, die dem Erwerb von fachspezifischen Schlüsselqualifikationen (z. B. Rhetorik, Kommunikationsfähigkeit, Mediation und Streitschlichtung) dienen; die aktive Teilnahme ist durch eine Bescheinigung nachzuweisen. Der Besuch dieser Module ist ebenfalls in allen Studiensemestern bis zum Beginn des Schwerpunktstudiums möglich. Einer der beiden Nachweise ist bis zum Beginn der Schwerpunktbereichsprüfung zu erbringen. Der andere Nachweis ist als Zulassungsvoraussetzung für die staatliche Pflichtfachprüfung vorzulegen. 
  • Für Lehrveranstaltungen zur Vermittlung von Schlüsselkompetenzen besteht eine Beschränkung der Teilnehmerzahl. Studierende, die nicht teilnehmen können, haben in den folgenden Semestern Gelegenheit zur Teilnahme. 
  • Vom Fachbereich werden ferner Module wie z. B. sog. Moot Courts (Simulation von Gerichtsverhandlungen) angeboten, wodurch auch eine Schlüsselqualifikation erworben werden kann. 
  • Die Studierenden müssen außerdem Fremdsprachenkompetenz durch den Besuch einer englischsprachigen rechtswissenschaftlichen Veranstaltung oder eines rechtswissenschaftlich ausgerichteten englischsprachigen Sprachkurses nachweisen. Dabei ist ein schriftlicher Leistungsnachweis zu erbringen. Fremdsprachenkurse des Fremdsprachenzentrums werden in jedem Semester angeboten und sind für Studierende des Fachbereichs Rechtswissenschaft reserviert. Der Nachweis über Fremdsprachenkompetenzen kann ferner erbracht werden durch: 
  • Besuch einer fremdsprachigen rechtswissenschaftlichen Veranstaltung, wenn dort eine schriftliche Arbeit (Klausur oder Hausarbeit) bestanden wird, oder während eines Auslandsemesters, wenn dort fachbezogene englischsprachige Lehrveranstaltungen besucht worden sind und eine schriftliche Arbeit  bestanden worden ist. 
  • Weitere Voraussetzung für die Zulassung zur Schwerpunktbereichsprüfung ist die Erbringung von zwei Seminarscheinen aus dem Schwerpunktbereichsstudium. Zum einen muss ein Seminarschein (mündliches Referat und schriftliche Ausarbeitung) aus dem Schwerpunktbereich Grundlagen des Rechts erbracht werden. Darüber hinaus aber auch ein weiterer Seminarschein (mündliches Referat und schriftliche Ausarbeitung) aus dem Pflichtbereich des gewählten Schwerpunktbereichs. 
  • Weiterhin sind in der vorlesungsfreien Zeit praktische Studienzeiten im Umfang von insgesamt mindestens drei Monaten zu absolvieren, § 7 Abs.1 JAPG. Die Praktika bestehen aus einem Grundpraktikum (mindestens 1,5 Monate) und einem Schwerpunktpraktikum (mindestens einen Monat). Das Nähere ist in einer Verfügung des Justizprüfungsamtes über die Ausgestaltung der praktischen Studienzeiten in der Juristenausbildung vom 20.02.2006 (Brem. Abl. Nr. 38 vom 30.03.2006, S. 245) geregelt.